Basic- Grannika (=Granny-Tunika) häkeln

Hallo Ihr Lieben,

Heute gibt es wieder eine Anleitung von mir. Diesmal habe ich eine Tunika im Granny Muster gemacht. Eigentlich wollte ich die nur privat für mich machen, aber Susanne von WOOLFEELING hat mich ermuntert, euch eine Anleitung zu schreiben. Und da sind wir. Die Basic- Grannika ist bewusst schlicht gehalten, weil ich die schönen Farbverläufe würdigen wollte. Und ich häkle auch einfach gerne im Granny Muster.

Diejenigen von euch die das schon können und schon Dinge wie meinen PONCHO gehäkelt haben,  werden es hier leicht haben. Wie immer bei meinen Anleitungen ist die Grannika theoretisch für jedes Garn und jede Kleidergröße möglich. Je nach der Individuellen Form könnte es aber sein, dass du etwas ausprobieren musst. Wichtig hierbei ist, dass du erst einmal die ganze Anleitung durchliest, bevor du beginnst und dass du immer wieder anprobierst zwischendurch. 

Du brauchst:

  • Garn (Menge hängt von der Größe und den Ärmeln ab. Für Größe 54 mit kurzen Ärmeln habe ich 2300m 3 fädiges Farbverlaufsgarn verbraucht)
  • Häkelnadel passend zu deinem Garn (ich habe NS 4 benutzt, weil ich recht fest häkle und die Tunika etwas lockerer haben wollte)
  • 4 Maschenmarkierer
  • Maßband

Abkürzungen:

  • LM- Luftmasche
  • HSt- Halbes Stäbchen
  • KM- Kettmasche
  • ST- Stäbchen

Los gehts:

  1.  Schlage LM in einer Anzahl teilbar durch 16 an. Die Anzahl kommt hier ganz auf deine Größe an und darauf, wie tief du den Ausschnitt haben möchtest. Wenn du dir die LM- Kette umhängst, sollte sie etwa bis zur Mitte der Brust gehen.  Bei Kleidergröße 54 und einem mittleren Ausschnitt habe ich mit 144 LM angefangen. Eine der Testhäklerinnen hat mit einem Elastischen Anschlag angefangen. Das ist eine sehr schöne Variante, weil der Anfang damit sauberer ist.  Dazu habe ich euch mal ein Youtube-Video rausgesucht:
  2. 1 HSt in jede LM rundherum. Jede Reihe mit KM schließen, danach die Arbeit wenden
  3. 3LM (=1. ST), dann je 1 St in die folgenden 2 ST  *1LM , eine Masche der Vorrunde überspringen, dann je 1 ST in die folgenden 3 Maschen* wiederholen bis zum Ende, Runde mit KM schließen, Arbeit wenden.
  4. Bevor wir die nächste Reihe anfangen, musst du deinen „Ring“  in vier gleichmäßige Abschnitte teilen. Markiere hierfür jeweils die durch die LM enstandenen Lücken mit den Maschenmarkern, so dass ein Quadrat entsteht. Wenn du mit der gleichen Anzahl Maschen angefangen hast wie ich, solltest du in jedem Abschnitt 9 der 3er-Gruppen haben.
  5. Beginne die nächste Reihe mit 3 LM  (=1.ST) und 2 ST in dieselbe „Lücke“, dann immer 3 ST in die durch die LM in der Vorrunde entstandene Lücke ohne weitere LM dazwischen. Wenn du zu einer Lücke mit Marker kommst, kommen in diese Lücke 3 ST, 2LM,3 ST.  In dieser Art arbeitest du bis zum Ende der Runde und schließt wieder mit einer KM. Jetzt kann man die Ecken des Quadrates schon besser erkennen. Arbeit wenden.
  6. 3LM (=1. St) und 2 St in dieselbe Lücke der  Vorrunde, dann immer 3 St in jede Lücke. Bist du bei den Ecken angekommen, dann in diese große Lücke (wir hatten ja 2 LM in der Vorrunde gemacht)  jeweils 3 St, 2 LM, 3 St. In dieser Art bis zum Ende der Runde. Dann Runde mit KM schließen und die Arbeit wenden.
  7. Es entsteht ein Quadrat mit einem großen Loch in der Mitte. Um zu wissen, wie lange du diese Runden wiederholen musst, musst du maßnehmen. Und zwar musst du mit dem Maßband  einmal in Achselhöhe deinen Umfang messen. Dh über Rücken durch die Achseln und über den oberen Teil der Brust. Fühlt sich komisch an und ist vielleicht eine seltsame Stelle zum Messen aber das ist schon richtig so. Dieses Maß teilst du durch 2, dann hast du die Kantenlänge die dein Quadrat an jeder der 4 Seiten erreichen soll.
  8. Nun wiederholst du also die Runden wie in Punkt 6 beschrieben, bis du eine Kantenlänge hast, die deinem Maß entspricht.
  9. Hast du das Maß erreicht, häkelst du in der folgenden Runde wie gehabt bis zur ersten Ecke (A). Hast du diese erreicht, kommt in diese „große Lücke“ diesmal nur eine 3er Gruppe Stäbchen. Dann 8 LM. Jetzt überspringst du ALLE Maschen bis zur folgenden Ecke (B) und machst auch hier wieder nur 3 Stäbchen. Das Muster fortführen bis zur folgenden Ecke (C). Auch hier wieder nur 3St, 8LM und alle Maschen bis Ecke D überspingen, dann 3 St in die Große Lücke der Ecke D. Danach noch die Runde im gewohnten Muster abschließen mit einer Km und die Arbeit wenden.
  10. So sind jetzt die Schultern der Tunika entstanden. An dieser Stelle probierst du am besten einmal an. Manche von uns haben kräftigere Oberarme und brauchen in den Achseln daher mehr Luftmaschen (teilbar durch 8), oder wer schmaler ist kann an dieser Stelle auch die LM weglassen.
  11. Wenn alles Passt eine weitere Runde im Grannymuster weiterhäkeln. An der Stelle in der Achsel werden in die ersten drei LM je ein ST gehäkelt, eine LM, (eine LM überspringen) und nochmal je ein St in die folgenden drei LM, dann in die nächste Lücke wieder eine Dreiergruppe und die Runde so fortführen.
  12. In der Folgenden Runde, du wirst es erraten, wird das Muster wie gewohnt fortgeführt. In der mittleren „Lücke“ unter den Achseln werden jeweils 3 St, 2LM, 3St gehäkelt, so dass hier wieder auf jeder Seite diese „Ecken“ entstehen.

    So sieht das Ganze ein paar Reihen später aus mit den beginnenden Ecken an den Seiten. Die Fotos stammen von Silvia Klotz, einer meiner Testhäklerinnen.
  13. Häkle nun immer so Weiter. Das Grannymuster, nach jeder Runde wenden, unter den Achseln die „Ecken“,  dadurch wird die Tunika nach unten hin immer breiter. Das führst du fort, bis dir die Tunika lang genug ist. Es empfiehlt sich, zwischendurch immer mal anzuprobieren.

Ärmel:

Du kannst die Tunika nun entweder so lassen und hast dann ein Trägertop oder du häkelst Ärmel an. Dafür setzt Du in der Achsel neu an und häkelst in der gleichen Art den Ärmel an. Auch hier immer die Runden abschließen und nach jeder Runde wenden. Wie lang du die Ärmel machen möchtest, bleibt dir überlassen. Bei langen Ärmeln solltest du in regelmäßigen Abständen Maschen abnehmen. Die Abstände musst du dir ausprobieren, weil wir alle unterschiedlich gebaut sind und die Armausschnitte bei jedem mit anderen Maschenzahlen anfangen.

Diese Anleitung ist für private Zwecke meiner Leser gedacht. Es ist NICHT erlaubt, diese Anleitung, Fotos oder Teile daraus zu verändern, vervollständigen und/oder zu veröffentlichen. Weiterhin ist es nicht erlaubt, Artikel, die nach meiner Anleitung entstanden sind in Masse zu Produzieren und zu verkaufen. Gefertigte Einzelstücke dürfen verkauft werden.

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